FLASHMOB am 9. 11. 19 / 11.00 Uhr / Köbis-Reichpietsch-Platz / WHV

AUFRUF

Wir rufen dazu auf, am 9. November in Wilhelmshaven zusammenzukommen und einen FLASHMOB gegen Krieg und Militarisierung durchzuführen. Wir sind der Meinung, es gibt genügend Gründe und es ist hoch an der Zeit, ein Zeichen gegen die derweilige „Veteidigungspolitik“ der Bundesregierung und ihre Aufrüstung der Armee und ein solidarischen Zeichen mit allen die vom Krieg betroffen sind, – wie gegenwärtig in Syrien – zu setzen.

Wir haben das Mittel des FLASHMOB gewählt, um allen die Möglichkeit zu geben, sich kreativ mit eigenen Ideen einzubringen, sei es mit selbstgemalten Transparenten, mit künstlerischen Mitteln, Redebeiträgen, Luftballons oder was auch immer.

Wir haben den 9. November gewählt, weil an diesem Datum die Massenaktionen der Marinesoldaten 1918 in Wilhelmshaven den Anfang vom Ende des Ersten Weltkrieges und den Beginn der politischen und sozialen Revolution einläuteten.

Der 9. November hat in Deutschland oft eine bedeutende Rolle gespielt. Meistens negativ. So versuchten nur fünf Jahre nach der Revolution, am 9.11.1923, die junge Nazipartei und Teile der alten Generalität gegen die Republik zu putschen um nach Mussolinis Italien auch hier ein faschistisches Regime zu installieren. Am 9.11.1938 leiteten die inzwischen auf legalem Wege an die Macht gelangten Nazis, mit der von ihnen so bezeichneten „Reichskristallnacht“ den Völkermord an den Juden ein, um die Neuordnung Osteuropas demografisch durchführen zu können. Heute scheint allerdings allein die Grenzöffnung der DDR 1989 noch Recht auf ein großes Erinnungsgedenken zu haben. Freilich legt man Kränze an den meist nicht mehr vorhandenen Synagogen ab und bekennt sich zu Israel und hält Reden gegen Antisemitismus. Und freilich hat man auch den 100. Jahrestag der Novemberrevolution vor einem Jahr nicht ungenannt vorübergehen lassen können. Nur Lehren werden nicht gezogen: Die Faschisten marschieren und gewinnen eine Wahl nach der anderen hinzu. Und die herrschende Klasse und die bürgerlichen Parteien bauen derweil an der Großmacht EU-Europa, mit möglichst viel Militär nach außen und Polizeibefugnissen nach innen. Soziales? Pustekuchen! Der Profit ist was zählt.

Da wir uns mit der aktuellen Politik nicht einverstanden erklären, wollen wir an die großen Tage der Massenproteste, der Befehlsverweigerung und Erhebung der deutschen Arbeiter gegen Krieg und Militarismus erinnern und es ihnen gleichtun: Aufstehen gegen Krieg und Militarisierung! Denn:

  • 2020 wird die BRD 50,36 Milliarden Euro für die Rüstung ausgeben, zum Vergleich: 1999 betrug der Wehretat noch 24,30 Milliraden Euro. Wir sagen: Schluss mit der Aufrüstung. Mehr Geld für Klima und Soziales!
  • Zur Zeit werben heuchlerisch Bundesregierung und Parteien um einen „Schutzauftrag“ in Syrien und wollen die Bundeswehr erneut in ein Kriegsgebiet führen. Seit dem Jugoslawienkrieg 1999 – erst unter Rot-Grün, nun unter Schwarz-Rot – wird die Armee Schritt für Schritt in Kriegsgebiete geführt und die Bundesbevölkerung weich geklopft, solches zu dulden. Wir sagen: Schluss mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr – Rückzug in die Kasernen! Schluss mit der Werbung für das Soldatentum an unseren Schulen und Universitäten!

Arbeitskreis Novemberrevolution Wilhelmshaven, den 28. 10. 2019

Hinweis: Im Anschluss an der FLASHMOB-Aktion findet um 13.00 Uhr eine Kranzniederlegung am Denkmal für die Opfer der Novemberrevolution auf dem Ehrenfriedhof am Rüstringer Stadtpark statt.

Lesung: The Wilhelmshaven Revolt

Titel der englischen Orginalausgabe

Freitag, den 25.01.2019
Beginn 20:00 Uhr
Black Lounge, Marktstr. 165/Ecke Werftstr.

Unter dem Pseudonym “Icarus” veröffentlichte der führende Revolutionsteilnehmer Ernst Schneider 1943 im britischen Exil seine Erinnerungen an die revolutionäre Wilhelmshavener Matrosen-Bewegung von 1918/19 in der Broschüre “The Wilhelmshaven Revolt”. Schneiders Bericht beschränkt sich dabei nicht nur auf die revolutionären Ereignisse im November, sondern ist auch eine der wenigen Schilderungen der blutig niedergeschlagenen Erhebung vom Januar 1919. Eine Lesung mit Michael Clemens (Partei die Linke) und Jörg Lorrenz (VVN-BdA).

Von der Novemberrevolution zur Bremer Räte-Republik

Aufruf Bremer AuS

Demonstration und Vortrag zur Bremer Räte-Republik

Am 15. November findet in Bremen eine Demonstration zum 100. Jahrestag der Bremer Räterepublik statt.
Beginn ist 16.30 Uhr am Leibnitzplatz in Bremen-Neustadt.

Am 23. November spricht der Bremer Historiker Gerrit Brüning in Wilhelmshaven zur Bedeutung der Arbeiter- und Soldatenräte in Norddeutschland.
17 Uhr, Black Lounge, Marktstr. 165

Im Aufruf zur Demonstration heißt es:
Die Bremer Räte-Repunlik war “Ergebnis von Organisierung, Bildungsarbeit und den Erfahrungen vieler Kämpfe. 100 Jahre später drohen Revolution und Räterepublik in Vergessenheit zu geraten, und mit ihr wertvolle Lehren für den Kampf um eine bessere Welt heute.
Weiter zur Demo hier

Vortrag zur Bremer RäteRepublik mit Gerrit Brüning
Der Kommunist und Historiker wird Ursachen und Verlauf der Novemberrevolution in Norddeutschland beleuten. Er wird den Charakter der Selbstorganisation der AuS-Räte herausarbeiten, wie sie sich in Kiel und Wilhelmshaven enstanden und herausstellen, warum sich der revolutionäre Prozess in Bremen am weitesten entwickelte.

»Die sozialistische Republik, sie lebe hoch, hoch, hoch!«

Der „Freiheitssonntag“ in Wilhelmshaven, 10. November 1918

In dem Buch „Vier Monate Revolution in Wilhelmshaven“ von Josef Kliche (Rüstringen 1919) wird über die große Kundgebung am „Freiheitssonntag“, 10. November 1918 berichtet. Der „Arbeiter-und Soldatenrat“ hatte zur Teilnahme an der Großkundgebung aufgerufen: »Kommt alle, alle! Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg! Es lebe die Freiheit!«

“Und dieser Ruf an das Werktätige Volk blieb nicht ungehört. In dichten Scharen strömte die Arbeiterschaft in den Vormittags Stunden nach dem genannten Platz.1 Mann und Frau eilten zu der Riesenkundgebung. In endlosen Zügen marschierten die Soldaten, die Musik an der Spitze. Weit über 100.000 hatten sich gegen 11:00 Uhr eingefunden. Es war schönstes Sonntagswetter. Mehr als 100 rote Fahnen wehten über den Massen, die gekommen waren, um zum Bau einer besseren Zukunft beizutragen. Verschiedene Rednertribünen waren errichtet. Von der Haupttribüne sprach Bernhard Kuhnt. Er führte folgendes aus:

»Werte Genossen! Als Vorsitzender des gemeinsamen Arbeiter und Soldatenrates bin ich beauftragt worden, heute hier vor ihnen zu sprechen. Große Umwälzungen haben sich in den letzten Tagen vollzogen. Der letzte Stoß an dem alten morschen Staat soll ausgeführt werden. Schwere Wunden hat dieser Staat hinterlassen: Armut, Trauer, Tote, Krüppel.

In gewaltiger Zahl seid ihr hier erschienen; wohl über 100.000 stehen hier. Ein viel größeres her würde es sein, wenn all die Toten, die der kapitalistische Staat verschuldet hat, hinter unserer Fahne marschieren könnten.

Wir müssen den Zeiten folgen: die Revolution hat sich durch schweres Klopfen angemeldet. Wir müssen daran denken, unser Deutschland zu gestalten als ein herrliches Deutschland. Und da gibt es nur einen Weg; nur ein Weg führt dazu: alle Volkskräfte müssen sich zusammenfinden, um aufzubauen auf der Grundlage der Sozialistischen Republik. Continue reading “»Die sozialistische Republik, sie lebe hoch, hoch, hoch!«”

Vorabdruck: “Der gescheitere Aufstand”

Bernd Langer
Berdn Langer, Kundgebung Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde Januar 2015

27. Oktober, 16 Uhr, Antiquariat Prometheus: Multimediavortrag
28. Oktober, 16 Uhr, Ehrenfriedhof: Hauptptredner auf der Gedenkkundgebung

In der “jungen welt” erschien jüngst ein Vorabruck aus Bernd Langers neuem Buch: Die Flamme der Revolution. Deutschland 1918/19. Um das interessierte Wilhelmshavener Publikum “anzufüttern” und es sich schon mal einlesen kann, veröffentlichen wir hier den Arikel.

Der gescheiterte Aufstand
Vorabdruck. Im Januar 1919 kam es in Berlin zu bewaffneten Kämpfen zwischen revolutionären Arbeitern und Soldaten der SPD-Regierung unter Friedrich Ebert

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Multimediavortrag: Wilhelmshaven und der Freistaat Oldenburg 1918/19

Bernd Langer die Flamme der Revolution

Sa., 27. Okt. 2018, 16 Uhr / Antiquariat Prometheus, Gökerstr. 107, 26384 Wilhelmshaven.
Eintritt frei

Anfang Oktober erscheint im Unrast Verlag das Buch “Deutschland 1918/19. Die Flamme der Revolution” von Bernd Langer.

Detailreich und lebendig wird in diesem Buch die Geschichte jener Tage erzählt, die eine grundlegende politische Weichstellung bedeuten. Denn die weltweite Spaltung in Kommunistische Parteien mit revolutionärem Anspruch einerseits und eine reformistische Sozialdemokratie andererseits sowie die verhängnisvolle Entwicklung am Vorabend des Faschismus sind ohne diese Ereignisse nicht zu begreifen.

In seinem Multimedia-Vortrag stellt Bernd Langer sein neues Buch vor und geht dabei insbesondere auf die Ereignisse in unserer Region ein, die zur Ausrufung der “Sozialistischen Republik Oldenburg/Ostfriesland” führten.

Bernd Langer ist langjähriger Polit-Aktivist und linker Künstler, er arbeitet seit Jahren zur Geschichte der Weimarer Republik und des Antifaschismus.

Ankündigungstext: Continue reading “Multimediavortrag: Wilhelmshaven und der Freistaat Oldenburg 1918/19”

Stadtrundfahrt verschoben

stadtrundfahrt wird verschoben

Die für den 13. Oktober angekündigte Stadtrundfahrt auf den Spuren der Revolution muss leider ausfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Achtet auf Ankündigungen!